Freitag, 11. März 2016

Informationsbesuch der CSU-Fraktion bei der Sozialstation


Von: Werner Schulz

Seit letztem Freitag ist der Fahrzeugpark der Caritas-Sozialstation um ein siebtes Elektro-Auto, einen „Citroen Zero“ (Bildmitte), reicher. Der Zufall wollte es, dass sich genau für diesen Tag die CSU-Stadtratsfraktion zu einem Informationsbesuch angemeldet hatte. V. l.: Bärbel Birner, Hermann Gebhard, Birgit Birner, Bürgermeister Hermann Falk, Fraktions-Chef Dr. Hans-Jürgen Schönberger, Franz Birner und Sozialstationsgeschäftsführer Diakon Richard Sellmeyer.

Die Caritas-Sozialstation leistet nicht nur auf dem Pflegesektor ausgezeichnete Arbeit. Sie profiliert sich auch auf ökologischem Gebiet. Seit Freitag ist ihr Fahrzeugpark um ein Elektro-Auto, einen „Citroen Zero“, reicher. Damit fahren sieben der insgesamt 36 Einsatzfahrzeuge mit einem E-Motor emissionsfrei und lärmarm zu den Patienten. Der Zufall wollte es, dass sich genau für diesen Tag die CSU-Stadtratsfraktion mit ihrem Vorsitzenden Dr. Hans-Jürgen Schönberger und Bürgermeister Hermann Falk zu einem Informationsbesuch angemeldet hatten. Ihnen stellte Sozialstationsgeschäftsführer Diakon Richard Sellmeyer nicht nur seine E-Auto-Flotte vor. Er gewährte ihnen einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Sozialstation.

Sauber aufgereiht standen die sieben E-Fahrzeuge - fünf Renault Zoe, ein Nissan Leaf und der neue Citroen Zero – an der Ladestation unter den Carports an der Marienstraße. Auf deren Dächern und auf dem Dach des Stationsgebäudes werden ca. 57 kWp an „himmlischer Energie“ erzeugt. Mit ihr werden die E-Fahrzeuge „gefüttert“. Rund zwei Stunden beträgt nach Aussage von Sellmeyer die Ladezeit für ein Auto. An der E-Tankstelle können alle Fahrzeuge gleichzeitig angesteckt werden. Es laden jedoch immer nur vier Autos, die anderen befinden sich im Wartemodus. Sobald die vier Autos „vollgetankt“ sind, werden die anderen automatisch geladen. Eine Batterieladung reicht bei den Pflegetouren je nach Fahrstil für 80 bis 120 Kilometer. Sellmeyer bekannte, dass seine persönlichen Erfahrungen und die positiven Aussagen seines Personals über das 2014 angeschaffte erste E-Auto für ihn Schlüsselerlebnisse gewesen seien. Sie hätten den Ausschlag für den Kauf der weiteren Fahrzeuge gegeben. Die Anschaffung des ersten E-Autos habe man maßgeblich dem früher an der Hirschauer Hauptschule tätigen Lehrer Ekkehard Brühschwein und Karl Müller vom „ZEN Ensdorf“ zu verdanken. Beide hätten die Vorstände der vier Raiffeisenbanken im Landkreis überzeugt, jeweils ein E-Auto für die im Einzugsbereich ihrer Bank tätigen Sozialstationen zu sponsern, eben auch eines für die Hirschauer Station. Der Kaufpreis für die Fahrzeuge, so Sellmeyer, liegt mittlerweile unter 20 000 Euro. Er hatte weitere interessante Details zu bieten. Demnach haben m Jahr 2014 die Pflegekräfte mit dem damals einzigen E-Auto rund 17 000 Kilometer zurückgelegt. 2015 hat die Fahrleistung für fünf E-Fahrzeuge etwa 70 000 Kilometer betragen. Dadurch habe man etwa 10 000 Euro an „Spritkosten“ gespart. Nicht vergessen dürfe man, dass die Elektroautos steuerfrei sind. Kostengünstig und unproblematisch seien auch die Kundendienste in der Werkstatt. Die Fahrer bzw. Fahrerinnen der E-Autos seien mit deren Fahrverhalten und Leistungsfähigkeit hoch zufrieden. Die CSU-Delegation war sichtlich angetan von Sellmeyers Informationen. Bürgermeister Falk und Dr. Schönberger wiesen darauf hin, dass die Stadt dem Vorbild der Sozialstation nacheifern und ihren Fahrzeugpark um zwei E-Autos erweitern wird. Eines sei für die Kläranlage bestimmt, das andere für die Verwaltung. Der Stadtrat habe die nötigen Beschlüsse bereits gefasst.

Positiv überrascht waren die CSU’ler über die Anzahl der Sozialstations-Beschäftigten. Mit knapp 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den verschiedensten Aufgabengebieten tätig sind, ist die Station der größte Dienstleistungsbetrieb in der Kaolinstadt. Alle im Team seien im Jahr 365 Tage lang rund um die Uhr mit vorbildlichem Engagement im Einsatz, ganz im Sinne der Caritas, nahe am Menschen zu sein. Dass ihnen dies bestens gelingt, beweise die im Dezember 2015 vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) durchgeführte Qualitätsüberprüfung. Die Arbeit der Caritas-Sozialstation wurde mit der Note 1,0 bewertet. Zum Team gehörten seit 2010/2011 auch Auszubildende im Pflegebereich und in der Verwaltung. Man beschäftige auch einen fest angestellten Hausmeister. Er kümmere sich um die eigene Immobilie an der Marienstraße und um das „Haus Conrad“. Er übernehme auch zusätzliche Dienstleistungen wie z.B. Winterdienst oder Gartenpflege für Ältere, die diese nicht mehr selbst ausführen können. Für die Bewohner des „Hauses Conrad“ erbringe das Stationspersonal eine Fülle von Dienstleistungen. Diese reichten von den Behandlungspflegen über Hilfestellungen beim Baden und Haarewaschen bis hin zur Begleitung der Bewohner zum Arzt, Frisör oder Friedhof und Erledigen täglicher Besorgungen oder Einkäufe. Temporär erfolge zudem ein Besuchsdienst. Dabei erkunde man bei den Gesprächen mit den Bewohnern einen etwaigen Verbesserungsbedarf. Besonders wertvoll sei die Hausnotrufeinrichtung Vitakt, die rund um die Uhr erreichbar ist. Auf der Alarmierungsliste steht die Sozialstation ganz oben. Der Bewohner trage den Notrufknopf direkt am Handgelenk. Wird dieser ausgelöst, erfolge die Alarmierung in der Notrufzentrale. Zu jeder Wohnung könne – ohne dass der Bewohner ein technisches Gerät bedienen muss - umgehend eine Sprechverbindung aufgebaut und die Notsituation erfragt und eingeordnet werden. Der Notruf werde unmittelbar an die Sozialstation weitergeleitet. Generell sei die Station über Handys hoch vernetzt. Das gelte sowohl für die Mitarbeiter als auch die Patienten. Verbunden sei dies mit einem enormen technischen Aufwand, um die digitale Technik und die Vernetzung stets am Laufen zu halten. Sellmeyer erinnerte auch die Aktion „Essen auf Rädern“. Bei ihr klappe die Zusammenarbeit mit dem BRK Seniorenheim St. Barbara bestens. Letztes Jahr habe die Station rund 22 000 warme Menüs aus der Seniorenheimküche zu den Patienten im gesamten Betreuungsgebiet gebracht. Eine Dienstleistung wollte Sellmeyer nicht unerwähnt lassen. Die Station übernimmt für Bedürftige kostenlos den Hin- und Rücktransport zur Amberger Tafel.