Mittwoch, 19. August 2015

Freizeitzentrum am Monte Kaolino ein Vorzeigeprojekt


Von: Werner Schulz

Im Bundestag gehört Barbara Lanzinger (4.v.r.) dem Ausschuss für „Wirtschaft und Energie“ und dem für Tourismus an. Ins Freizeitzentrum Monte Kaolino kam sie nach eigenem Bekunden als Lernende. Sie traf vor Ort auf kompetente Gesprächspartner (v.l.): Ex-Campingwart Emmeram Luber, Bürgermeister Hermann Falk, Monte-GmbH-Geschäftsführer Christian Reil, FU-Vorsitzende Bärbel Birner, Bürgermeister a.D. Hans Drexler, CSU-Vorstandsmitglied Martin Merkl, Monte-Betriebsleiter Andreas Gebhardt, MdB Barbara Lanzinger, CSU-Ortsvorsitzende Birgit Birner, CSU-Stadtratsfraktionssprecher Dr. Hans-Jürgen Schönberger und Biogasanlagen-Gesellschafter Laurenz Beck.

Monte-Betriebsleiter Andreas Gebhardt (2.v.r.) gab MdB Barbara Lanzinger (3.v.r.) detailliert Auskunft über die Wärmeversorgung der Freizeitanlage durch die Biogasanlage Weiher/Kricklhof. Mit im Bild: CSU-Stadtratsfraktionssprecher Dr. Hans-Jürgen Schönberger (l.), FU-Ortsvorsitzende Bärbel Birner (2.v.l.), Bürgermeister Hermann Falk (3.v.l.), Ex-Campingwart Emmeram Luber (verdeckt, 2.v.r.) und CSU-Ortsvorsitzende Birgit Birner (r.).

Für Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk gibt es keinen Zweifel: Das Freizeitzentrum Monte Kaolino ist ein weit über die Region hinaus ausstrahlendes touristisches Leuchtturm- und Vorzeigeprojekt und zugleich ein Musterbeispiel in Sachen Versorgung durch regenerative Energien. Deswegen muss der Freizeitpark zwangsläufig das Interesse einer Politikerin wecken, die – wie Barbara Lanzinger - im Deutschen Bundestag sowohl dem Ausschuss für Wirtschaft- und Energie als auch dem für Tourismus angehört.

Auf Einladung der CSU-Ortsvorsitzenden Birgit Birner verschaffte sich die Abgeordnete vor Ort ein umfassendes Bild über die Freizeitanlage. Sie sei „nicht als Expertin, sondern als Lernende“ gekommen, verriet Barbara Lanzinger. Sie traf auf kompetente Gesprächspartner. Zu diesen zählten Bürgermeister Hermann Falk, sein Amtsvorgänger Hans Drexler, Monte-Betriebsleiter Andreas Gebhardt, Monte-GmbH Geschäftsführer Christian Reil und mit Laurenz Beck einer der fünf Gesellschafter der Biogasanlage Weiher/Kricklhof.

Laut Betriebsleiter Gebhardt zähle man auf dem Campingplatz pro Jahr durchschnittlich ca. 34 000 Übernachtungen. Nicht berücksichtigt seien die Dauercamper. Einschließlich der Dauerkarteninhaber besuchten jährlich rund 25 000 Badegäste das Freibad. Sie könnten sich im Schwimmerbecken (758 m³), im Nichtschwimmerbecken (338 m³) oder im Planschbecken (35 m³) dank der Wärmeversorgung durch die Biogasanlage bei Wassertemperaturen um die 25 Grad vergnügen. Auch die Sanitärgebäude des Campingplatzes, die Betriebsgebäude und Sanitäranlagen des Freibads sowie das Restaurant Piazza del Monte würden mit Biogas-Wärme beheizt. Nach übereinstimmender Aussage von Gebhardt und Bürgermeister a.D. Hans Drexler komme der Stadt die Nutzung der Wärme aus der ca. 2 Kilometer entfernten Biogasanlage pro Jahr um etwa 30 000 Euro billiger als beim Betrieb mit Heizöl. Drexler wies darauf hin, dass auch Betriebe im Gewerbegebiet Dienhof an das ca. 3 Kilometer lange, von der AOVE-Biogenossenschaft betriebene Netz angeschlossen seien.

Nach Aussage von Laurenz Beck beträgt die elektrische Leistung der Anlage 360 KW, die thermische ca. 450 KW. Ein Teil werde für die Prozesswärme im Fermenter und Nachgärbehälter benötigt. Ca. 400 KW könnten permanent ins Fernwärmenetz abgegeben werden. An warmen Tagen würden zwischen 350 und 400 KW abgerufen. Der Großteil werde für die Beheizung des Wassers im Freibad abgegeben, der Rest gehe zum Sportpark zur Warmwasserbereitung. Im Winter und in den Übergangszeiten würden die Fa. A+V, H–Tronic und der Sportpark versorgt. Als Einsatzstoffe würden über 30% Gülle aus den landwirtschaftlichen Betrieben sowie Silagen aus Wiesengras, Ackergras, Mais und Getreideganzpflanzen verwendet. Gras von Straßenrändern und Böschungen könnte zwar grundsätzlich eingesetzt werden. Aufgrund des Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG) sei eine Verwertung jedoch nicht möglich. Beck verwies auf die günstige Energiebilanz der Anlage. Input und Output stünden wegen der kurzen Transportwege zwischen der Anlage und den landwirtschaftlichen Flächen und der ca. 75-prozentigen Wärmenutzung in einem guten Verhältnis. Über 80 Prozent der Flächen lägen im Umkreis von ca. 2,5 Kilometer der Anlage. Sorgen bereite den Betreibern die Unzuverlässigkeit der Energiepolitik. Durch die ständigen Änderungen des EEG und der gesetzlichen Vorgaben seien Investitionen mit großen Risiken verbunden.

Auf beachtliche Investitionen konnte Monte-GmbH Geschäftsführer Christian Reil verweisen. Die GmbH-Gründung für den Betrieb der Minigolf-Anlage, des Hochseilgartens, der Skilifts, der Sommerrodelbahn und des Kiosks sei notwendig geworden, um dem Ski-Club e.V. die Gemeinnützigkeit zu erhalten. Für den Umbau des Skilifts und den Neubau der Sommerrodelbahn habe man 2,1 Mio. Euro investiert. Der Bau des in der Region einzigartigen Adventure-Golfplatzes mit seiner Kunstrasenfläche habe ca. 350 000 Euro gekostet.

Bei der abschließenden Gesprächsrunde zeigte sich MdB Lanzinger beeindruckt von der Gesamtkonzeption der Monte-Freizeitanlage. Die Energieversorgung durch die Biogasanlage bezeichnete sie als hervorragendes Beispiel dafür, dass man einen breiten Mix unterschiedlichster Formen der Energieerzeugung brauche, dabei das Augenmerk auf die Strom- wie Wärmeproduktion legen müsse. Sie lobte die örtlichen Betriebe, die bereit waren, sich über das Fernwärmenetz versorgen zu lassen. Als vorbildlich erachtete sie die Entscheidung der Stadt Hirschau, die in der Biogasanlage erzeugte und nicht verwertbare Wärme zur Beheizung des Freibades zu nutzen. Dank sagte sie den Landwirten, die sich für die Rohstoffbelieferung zusammengefunden haben. Als Energiewirte sorgten sie dafür, dass man der Unabhängigkeit von Öl und Gas ein Stück näher komme. Grundsätzlich plädierte sie für einen weiteren Ausbau der dezentralen Energieversorgung. Diese trage entscheidend zum Gelingen der Energiewende in Bayern bei und müsse von politischer Seite voll unterstützt werden. Vor allem das Kraft-Wärmekopplungsgesetz werde sie in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen.


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