Mittwoch, 30. Juli 2014

Pflege braucht mehr Personal und weniger Bürokratie


Von: Werner Schulz

Mit Staatsministerin Melanie Huml machten sich weitere Gäste ein Bild vom BRK Seniorenheim. V.l.: Förderkreisvors. Werner Schulz, 3. Bgm. Peter Leitsoni, Bezirksrat Martin Preuß, BRK-Kreisvors. Gerd Geismann, Ministerin Melanie Huml, CSU-Fraktionsvors. Dr. Hans-Jürgen Schönberger, Staatssekretär a.D. Markus Sackmann, CSU-Ortsvors. Birgit Birner, BRK-Kreisgeschäftsf. Björn Heinrich, FU-Vors. Bärbel Birner, Heimleiterin Astrid Geitner, 2. Bgm. Josef Birner und Bgm. Hermann Falk.

Pflege braucht mehr Personal und weniger Bürokratie! Die Pflegekräfte haben mehr öffentliche Anerkennung verdient! Pflegeberufe sind krisensicher und zukunftsträchtig! Ungeteilte Zustimmung fand Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml mit dieser Forderung bei ihrem Besuch im BRK Seniorenwohn- und Pflegeheim. Staatssekretär a.D. Markus Sackmann, MdL Dr. Harald Schwartz und Bezirksrat Martin Preuß pflichteten ebenso bei wie der BRK-Kreisvorsitzende Gerd Geismann, BRK-Kreisgeschäftsführer Björn Heinrich, Bürgermeister Hermann Falk, seine Stellvertreter Josef Birner und Peter Leitsoni sowie Heimleiterin Astrid Geitner. Sie alle wurden von der CSU-Ortsvorsitzenden Birgit Birner im Festsaal des Heimes begrüßt, nachdem man sich bei einem Rundgang ein Bild von der Pflegeeinrichtung gemacht hatte.

Offenkundig hatte die Ministerin einen sehr positiven Eindruck gewonnen. Als geradezu ideal erachtete sie den Standort des Heimes mitten in der Stadt. Für rüstige Bewohner seien die Kirche und Geschäfte leicht erreichbar. Als nicht alltäglich bezeichnete sie es, dass es im Heim einen Fitnessraum und eine Holzwerkstatt gibt. Dort überreichte ihr Heimsprecher Richard Kederer - ein begeisterter Holzwerker – ein eigens für sie gefertigtes Holzpferdchen in der Hoffnung, dass sie dafür sinnvolle Verwendung habe. Diese konnte Melanie Huml mit Verweis auf ihren zweijährigen Sohn zusichern. Die Ministerin war sichtlich angetan von der „familiären Atmosphäre“, die im Heim herrscht. Offenkundig leiste das gesamte Team tolle Arbeit, allen voran die Leiterin Astrid Geitner. Heimsprecher Richard Kederer hob das Engagement der zehn ehrenamtlichen Frauen hervor, die Tag für Tag unentgeltlich für die Bewohner das sind. „Wo gibt es das schon?“

Als enorm wichtig stufte die Ministerin die Pflegereform ein. Sie enthalte wichtige Schritte für eine zukunftsorientierte Pflege. Den Pflegebedürftigen bringe sie Leistungssteigerungen. In einem zweiten Schritt würden durch einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff Menschen mit Demenz den körperlich eingeschränkten Bedürftigen gleichgestellt. Um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, habe die Staatsregierung die Imagekampagne „Herzwerker“ gestartet. Seither seien die Schülerzahlen um 25 Prozent angestiegen. Um mehr Zeit für die Pflegenden zu haben, sei eine Erhöhung des Personalschlüssels genauso nötig, wie das „Entrümpeln der überbordenden Bürokratie“. Um mehr Zeit für die Bezugspflege zu haben, gehe man diesem „Zeitfresser“ mit dem Projekt „Redudok“ an den Kragen.

Stieß Ministerin Huml mit all diesen Aussagen auf Zustimmung, so lieferten ihre Aussagen zum neuen Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqg) doch einigen Diskussionsstoff. Einig war man sich, dass bei Neubauten die Forderungen nach Barrierefreiheit und nach Vergrößerung der Wohn- und Schlafräume richtig seien. Als richtig wurde es auch erachtet, für bestehende Einrichtungen Angleichungsfristen und Befreiungsmöglichkeiten zu schaffen. Dennoch konnte sich Heimleiterin Astrid Geitner schwer vorstellen, wie man im Hirschauer Heim z.B. alle Bäder in den Zimmern vergrößern. Der Forderung nach Vergrößerung des Wohnraumes könne man nachkommen. Im Hirschauer Heim stünden für 65 Bewohner stolze 11 000 m² zur Verfügung. In die Kerbe, dass Träger bestehender Heime die finanziellen Lasten von Umbaumaßnahmen nicht schultern könnten, schlugen auch die BRK-Vertreter Gerd Geismann und Björn Heinrich. Beide erläuterten ausführlich, warum die erst vor zwei Jahren im Heim eingerichtete Wachkoma-Station wieder geschlossen werden musste. Letztlich waren dafür finanzielle Gründe ausschlaggebend. Gerd Geismann: „Die zwei Jahre haben für den BRK-Kreisverband ein Defizit von ca. 500 000 Euro bedeutet. Das konnten und können wir auf Dauer nicht schultern“.

Die Aussagen von Heimleiterin Astrid Geitner, dass es jungen Leuten, die einen Pflegeberuf ergreifen wollen, häufig an Sozialkompetenz mangle, diese aber sehr wohl von Frauen mitgebracht werde, die nach einer Babypause in einen Pflegeberuf einsteigen wollen, bekräftigte MdL Dr. Harald Schwartz mit der Forderung: „Wir müssen uns die Kriterien für den Zugang zu Pflegeberufen noch einmal gründlich anschauen.“


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